Auftakt zur neuen Teenie-Trilogie: "Die Bestimmung"

Lexikon | Michael Pekler | aus FALTER 15/14 vom 09.04.2014

Die Zukunft gehört denen, die wissen, wo sie hingehören." Solche Klugheiten kann nur von sich geben, wer seine jugendliche Selbstfindungskrise hinter sich gelassen hat. Zum Beispiel Kate Winslet, die als Anführerin einer Gruppe sogenannter "Wissender" ihren Platz in der Gesellschaft bereits gefunden hat. Chicago ist als zukünftige Ruinenstadt mit hohen Zäunen vor der Außenwelt gesichert, wieder einmal hat irgendein Krieg die Menschen auf ihre Klassenzugehörigkeit reduziert und Familienbanden zerstört. Dass Neil Burgers "Die Bestimmung - Divergent", basierend auf dem ersten Teil der Bestsellertrilogie der US-Autorin Veronica Roth, sich erst gar nicht die Mühe macht, nicht als Raubkopie von "The Hunger Games" erscheinen zu wollen, ist wenigstens konsequent. Anstelle von Distrikten gibt es Fraktionen, die sich die Stadt untereinander aufteilen und ein funktionierendes Staatswesen simulieren: Intellektuelle, Bauern, Beamte, Soldaten. Doch weil das Gleichgewicht der Kräfte zu kippen droht, bedarf es auch hier einer jugendlichen Heldin, die sich stellvertretend für die Zielgruppe nicht nur ihrer gebürtigen Bestimmung widersetzt, sondern als "Unbestimmte" das Kastensystem an sich infrage stellt. Gut so.

Im Grunde erzählt dieser Film also weniger von einer möglichen Zukunft als vom scheinbar unmöglichen Schritt ins Erwachsenenleben. Beim Psychotest, der den Jugendlichen ihre Bestimmung für eine Fraktion offenbaren soll, findet sich Tris (erstaunlich uncharismatisch: Shailene Woodley) also in einem Spiegelkabinett wieder, weil sie wie ihr geliebter Ausbildner Four (schön tätowiert: Theo James) bei den kriegerischen "Ferox", denen sie sich anschließt und die hier als eine Art Jugendgang herhalten müssen, von Selbstverwirklichung träumt. Dafür können nicht einmal zweieinhalb Stunden reichen.

Ab Fr in den Kinos (OF im Artis)


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