Wie man die Presseförderung verzehnfachen kann

Die Presseförderung gehört reformiert und ausgebaut. Die große Überraschung ist: Geld dafür hätten wir sogar

GASTKOMMENTAR: JOSEF TRAPPEL | Medien | aus FALTER 16/14 vom 16.04.2014


Illustration: Oliver Hofmann

Illustration: Oliver Hofmann

Jetzt ist es wieder da, das alljährliche Hauen und Stechen um die Presseförderung. Ende März mussten die Anträge bei der Kommission der KommAustria eingereicht werden. Und jedes Jahr liefern sich Befürworter (meistens die Profiteure) und Gegner (meistens die, die leer ausgehen) ein medial lauwarm inszeniertes Match. Doch heuer ist es anders. Da gehen die Emotionen wirklich hoch. Aus Vorarlberg kommt dumpfes Grollen, weil die Pläne der Regierung die Neue Vorarlberger Tageszeitung von der Förderung ausschließen würden. Dafür dreht der ewige Leer-Ausgeher Wolfgang Fellner in seiner Zeitung Österreich enerviert seine Gebetsmühle und fordert nur eines für die Presseförderung: ganz weg.

Zunächst die Fakten: 2013 haben alle „richtigen“ Tageszeitungen aus dem Titel „Vertriebsförderung“ zwischen 96.826 Euro (Wirtschaftsblatt) und 161.377 Euro (die meisten anderen) erhalten. Nur zwei nicht, weil sie nicht „richtig“ sind: Heute und Österreich. Die bleiben auf dem Trockenen sitzen, weil sie zu viele Exemplare verschenken (Österreich). Oder gar alle (Heute). Das Presseförderungsgesetz will das so.

Dazu kommt noch die „Besondere Presseförderung“ für Titel, die keine marktführende Stellung und eine „besondere Bedeutung für die politische Meinungsbildung“ haben. Also Zeitungen wie die Presse und der Standard. Die erhalten jeweils weitere 500.000 Euro und dazu eine Prämie, die sich nach der verbreiteten Auflage richtet. Zusammen mit der Vertriebsförderung kam die Presse 2013 auf 1.077.494 Euro und der Standard auf 1.042.636 Euro.

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