Ein Adolf macht sich zum Anton

Eine Retro würdigt Adolf Wohlbrück, den Superstar des europäischen Nachkriegskinos

Feuilleton | WÜRDIGUNG: MICHAEL OMASTA | aus FALTER 16/14 vom 16.04.2014

Adolf Wohlbrück galt als schönster Mann des deutschen Films. Dass er schwul war, wussten Produzenten wie auch Kinomagazine diskret zu verheimlichen. 1936 nutzte er einen Dreh in Hollywood dazu, seinen ungeliebten Vornamen loszuwerden: Er nannte sich fortan Anton Walbrook und kehrte nicht mehr nach Nazi-Deutschland zurück.

Stattdessen machte er internationale Karriere und wurde schließlich zum ersten Superstar des europäischen Kinos nach dem Krieg. Ein paar seiner Hauptrollen kennt man bis heute: etwa Lermontov, den unnahbaren Impresario aus "The Red Shoes" von Michael Powell und Emeric Pressburger (1948), oder auch den souverän das erotische Treiben kommentierenden Spielleiter in "La Ronde"(1950) von Max Ophüls (1950) - eine Figur übrigens, die es in Schnitzlers "Reigen" nicht gibt.

Geboren 1896 in Wien, gestorben 1967 in Garatshausen am Starnberger See, entstammt Wohlbrück einer alten Schauspielerdynastie. Er besucht angeblich eine Klosterschule, lernt angeblich bei Max Reinhardt


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