Kolumne Außenpolitik

Indien wählt: Erobert ein religiöser Eiferer die Macht?

Falter & Meinung | FRANZ KÖSSLER | aus FALTER 16/14 vom 16.04.2014

In einem einzigen Land gibt es mehr als doppelt so viele Wahlberechtigte als in allen 28 Staaten der EU zusammen: Indien ist eine aufstrebende Wirtschaftsmacht, die größte Demokratie der Welt und ein Gegenmodell zu Chinas autoritärem Kapitalismus. Um jeder Inderin, jedem Inder die Wahl zu ermöglichen, wird ein enormer Aufwand getrieben. In neun Etappen bewegt sich die Wahlmaschine gerade durch das riesige Land, in manche Gegenden müssen die Wahlcomputer auf Kamelen gebracht werden. Wenn aber am 16. Mai die Stimmen ausgezählt sind, wird allen Voraussagen nach ein religiöser Fanatiker triumphieren, dessen nationalistische Hasspolitik den Frieden in Indien und der ganzen Region gefährdet.

Narendra Modi ist der Kandidat der nationalistisch-hinduistischen Volkspartei BJP. Er hat sich vom Teeverkäufer nach oben gearbeitet. Seit Oktober 2001 ist er Chefminister von Gujarat, eine Art Landeshauptmann. Sein Bundesland im Westen Indiens an der Grenze zu Pakistan ist zweieinhalb Mal so groß


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