Nachgesehen Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Wien hat einen neuen Platz, den es offi ziell noch gar nicht gibt

Politik | BENEDIKT NARODOSLAWSKY | aus FALTER 16/14 vom 16.04.2014

Vor dem TU-Institut für Photonik in der Gußhausstraße bringt die Mittagssonne eine ahornblättrige Platane anmutig zum Leuchten, unter dem prächtigen Baum steht ein Schild, das zu früh montiert wurde: "4., Tausigplatz".

Dass die Tafel bereits hängt, war ein Versehen. In der Wiedner Bezirksvorstehung wurde sogar überlegt, sie wieder abzumontieren. Denn den Platz gibt es offi ziell noch gar nicht, er wird erst am 30. April eingeweiht.

Mit dem neu geschaffenen Tausigplatz, umrahmt von Gründerzeithäusern, will der vierte Bezirk der jüdischen Autorin Franziska Tausig und ihrem Sohn, dem Burgschauspieler und Wohltäter Otto Tausig, gedenken. Bis zu ihrer Flucht vor den Nazis nach dem "Anschluss" lebten sie nur einen Steinwurf von hier.

Zur Einweihung Ende April haben sich neben Otto Tausigs Witwe auch prominente Künstler wie Karl Markovits, Erwin Steinhauer und Paul Gulda angesagt. F


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