Das besondere Projekt

Beliebigkeit statt Regelwerk: Das geplante Hochhaus beim Hotel Intercontinental am Heumarkt zeigt allgemeine Defizite der Wiener Stadtentwicklung

KOMMENTAR: WALTER M. CHRAMOSTA | Stadtleben | aus FALTER 16/14 vom 16.04.2014

Wien ist dazu verdammt, immerfort zu sein und niemals zu werden. Diese Behauptung verdreht die Schlusspassage des 1910 erschienenen Buches "Berlin. Ein Stadtschicksal" von Karl Scheffler. Anlass sind die Polemiken um den Weiterbau der Wiener Ringstraße. Oder anders gesagt: Es gibt in Wien seit langem die Sehnsucht nach einer konservierten Stadt und eine Krise des öffentlichen Interesses am Städtebau. Wien hat kein Talent mehr für neue Linien; die letzte große Setzung war die "Neue Donau". In der Kernstadt genügen mittelgroße Projekte wie für das Areal Hotel Intercontinental samt Wiener Eislaufverein, um das kollektiv unausgesprochene Dispositiv vom "Rasenden Stillstand" zu aktivieren. Das "besondere Projekt" am Stadtpark legt allgemeine Defizite der Stadtentwicklung offen.

Karl Scheffler spürte dem Wachstum der deutschen Metropole nach und apostrophierte das Stadtverständnis der Berliner, indem er den famosen Satz schrieb: "Berlin (ist) dazu verdammt, immerfort zu werden und niemals

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