Kommentar Sozialpolitik

ÖGB und der 12-Stunden-Tag: Vorwärts, in die Geschichte zurück!

Falter & Meinung | REINHOLD KNOLL | aus FALTER 16/14 vom 16.04.2014

Mit dem zwischen SPÖ und ÖVP nahezu fertig verhandelten Übereinkommen, bei Bedarf Arbeitnehmer bis zu zwölf Stunden täglich beschäftigen zu können, ist die älteste eiserne Regel der Sozialpolitik gefallen. Über 100 Jahre war für den Acht-Stunden-Tag gekämpft worden.

Diese Idee hatte erstmals Robert Owen 1830. Er forderte acht Stunden Arbeit, acht Stunden für die Bildung und Weiterbildung, acht Stunden, um sich auszuruhen.

Es war die Parole der ersten Aufmärsche zum 1. Mai gewesen. In Österreich war der Acht-Stunden-Tag erstmals im Bergbau eingeführt worden -1889. Und Ferdinand Hanusch hatte diese Arbeitszeit für alle Betriebe als Gewerkschafter durchsetzen können -nach 1918.

Es war der größte Erfolg in der Ersten Republik, in der recht schnell die sozialpolitischen Fortschritte im Arbeitsrecht fixiert wurden. Die Begleitmaßnahmen waren eine moderne Lehrlingsausbildung, die Abschaffung der "Sonntagsschule" und Schritt für Schritt hatte man die Arbeitswoche auf fünf Werktage


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