Ein Licht unter vielen Scheffeln

Als Betreuer des Wiener Tagblatt-Archivs war Eckart Früh eine Institution, die er nie sein wollte

Feuilleton | NACHRUF: ULRICH WEINZIERL | aus FALTER 16/14 vom 16.04.2014

Wenn ein Mensch dahin ist, nimmt er ein Geheimnis mit sich: wie es ihm, gerade ihm -im geistigen Sinn zu leben möglich gewesen sei." Ein Aphorismus aus dem "Buch der Freunde" von Hugo von Hofmannsthal. Eckart Früh mochte Hofmannsthal nicht, vor allem aus charakterlichen Gründen nicht. Er hätte sich wohl auch an dem fragwürdigen Konjunktiv "sei" gestoßen. Trotzdem hatte Hofmannsthal prinzipiell recht.

Ich kannte niemanden sonst, der so wenig Aufhebens von sich machte wie Eckart Früh. Habe ich ihn gekannt? Nach mehr als 35 Jahren Freundschaft? Nein, ich habe den Menschen nicht wirklich gekannt, dazu war Eckart viel zu diskret, zurückhaltend bis zum Verschlossenen. Ich kann nur versuchen, ein Bild seines Wirkens zu zeichnen. Und selbst da muss ich gestehen, zu seinen Lebzeiten höchstens die Spitze des Eisbergs wahrgenommen zu haben. Jemanden mit den Ergebnissen seiner jahrzehntelangen Arbeit zu behelligen wäre ihm nie und nimmer in den Sinn gekommen. Für ihn konnte es gar nicht genug


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