POLITISCHES BUCH

In Ungarn ist Geschichte ein heißes Thema

70 Jahre nach der Besetzung durch Hitler-Deutschland stellt sich Ungarn seiner Mitschuld am Holocaust -mit heftigsten Debatten

Politik | REZENSION: BARBARA TÓTH | aus FALTER 16/14 vom 16.04.2014

Auch Ungarn hat sein Gedenkjahr. Während Österreich -und große Teile Westeuropas -sich im Jahr 2014 an den Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Jahr 1914 erinnern, gedenkt unser Nachbarland anlässlich des 70. Jahrestags der Besetzung durch Hitler-Deutschland des Holocausts. Zumindest ist das die offizielle Version.

Im März 1944 marschierte die Wehrmacht in Ungarn ein, binnen kürzester Zeit wurden 835.000 Juden gettoisiert und in Konzentrationslager, vor allem nach Auschwitz, deportiert. Die Präzision und der Eifer, mit denen die ungarischen Behörden Hand in Hand mit den Deutschen die Auslöschung der Juden betrieben, erstaunte sogar die Nazis. "Die örtlichen Befehlshaber der Gendarmerie zeigen jedoch einen so extremen Eifer, dass es für sie eine Ehrensache ist, keine Ausländer melden zu müssen", notiert der zuständige "Judenreferent" Eberhard von Thadden 1944 zufrieden.

Ähnlich wie in Österreich, wo die Frage, ob man nun "erstes Opfer Hitlers" oder doch eine "Täternation" gewesen


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