Musiktheater Kritiken

Verstellung hinter Masken statt Emotionen

Lexikon | HR | aus FALTER 16/14 vom 16.04.2014

Statuarische Gestalten ohne Leben, die sich in grauschwarzem Kostüm ornat meist Masken vor die Gesichter halten müssen, posieren zwischen Marmorbalustraden, die sich dann zur Bombenruine verwandeln, in einer gänzlich einfallslosen Nicht-Inszenierung von Mozarts "La clemenza di Tito". Die durchwegs guten Sänger des jungen Ensembles des Theaters an der Wien am Fleischmarkt müssen Menschen mit Emotionen der Herrschaftsambition und Rache, der Liebe oder zögerlichen Milde ohne existenzielle Aufrichtigkeit und ohne Fleisch und Blut verkörpern, wie sie Mozarts große letzte Opernmusik eigentlich vorsieht. Das Orchester des Bach Consort Wien buchstabiert diese bemüht originalgetreu mit schön gespielter Klarinette und Bassetthorn. Besser ist es, die Augen zu schließen, um das packende Geschehen im Inneren zu verfolgen. Schade und ärgerlich.

Kammeroper, Mo, Mi 19.00 (bis 10.5.)


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