Nachgetragen Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Ein Vandalenakt in Mauthausen, der Russlands Medien empört

Politik | ERICH KLEIN | aus FALTER 16/14 vom 16.04.2014

Das ehemalige KZ Mauthausen sorgt in russischen Medien für Wirbel. "Unbekannte haben einen Zaun um das Denkmal für die sowjetischen Häftlinge des NS-Konzentrationslagers in Österreich beschädigt", schrieb die Nachrichtenagentur Itar-Tass. In Windeseile verbreitete sich die Meldung. In Österreich hingegen blieb es ruhig, nur die Bezirksrundschau Grein berichtete.

Das Innenministerium bestätigte die Tat gegenüber dem Falter. "Es sieht aber nicht nach einem gezieltem Anschlag, sondern nach einem Vandalenakt aus, es gibt keine Manifestation wie Besprühungen." Was bitte ist der Unterschied zwischen einem "Vandalenakt" und einem "Anschlag"? Haben die Russen, die sich gern als Bollwerk gegen den Faschismus inszenieren, den Fall hochgespielt?

Wie immer steckt der Teufel im Detail. Anders als Itar-Tass mit einem Foto des sowjetischen Hauptdenkmals in Mauthausen suggeriert, ging es "nur" um drei Steinpoller rund um einen Obelisken, der an das "Russenlager" am Rand der Gedenkstätte erinnert. Dieser Teil des Lagers zeichnete sich durch hohe Sterblichkeit unter Häftlingen aus, von Besuchern wird er jedoch meist ignoriert. Mauthausen besitzt in der russischen Gedenkkultur eben hohen Stellenwert. F


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