"Wir wollen unseren eigenen Maidan"

Die Lage in der Ost-Ukraine spitzt sich zu. Während die internationale Politik nach Lösungen sucht, kippt im Volk langsam die Stimmung

Politik | LOKALAUGENSCHEIN: RUFUS RURIK, DONEZK | aus FALTER 17/14 vom 23.04.2014

Ein Gespenst geht um im ostukrainischen Donbass. Das Gespenst heißt Separatismus. Aber die Leute, die sich offen dafür aussprechen, sind schwer zu finden. "Gegen Separatismus" ist die Parteiführung der ehemals allmächtigen "Partei der Regionen" in Artyomovsk, einer "besetzten Stadt" im ostukrainischen Donbass. Die beiden grauen Ex-Obersten der roten Armee haben einen eisernen Händedruck und setzen zu einer langen Tirade gegen die "Junta in Kiew" an, betonen aber ihre Unterstützung einer geeinten Ukraine. Gleichzeitig dürfen die kurzhaarigen Teenager mit den Lederjacken, die am Hauptplatz Unterschriften für ein Referendum nach dem Vorbild der Krim sammeln, ihre Stühle, Tische und Unterlagen über Nacht in ihrem Parteibüro lagern.

"Gegen Separatismus" ist auch seine Kollegin in Kramatorsk, einer ebenso besetzten Stadt. Ihr Büro symbolisiert den Zustand ihrer Partei perfekt: teure Ledergarnituren, aber die Raumtemperatur liegt bei zehn Grad, alle sind während des Treffens in dicke


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