Theater Kritik

Holocaust im Pelz, Salonstück im Keller

Lexikon | aus FALTER 17/14 vom 23.04.2014

Interessanter Ansatz: Die israelische Dramatikerin Savyon Liebrecht verhandelt in "Sonia Mushkat" ein Holocaust-Thema in Form eines Salonstücks. Nach dem Einmarsch der Nazis in Ungarn 1944 müssen sich die Schwestern Lidia (Juliane Gruner) und Paula (Babett Arens) im Keller ihres großbürgerlichen Hauses verstecken. Vor allem Lidia empfindet die hygienisch prekären Umstände (Nachttöpfe! kein Badezimmer!) sowie die Anwesenheit des grobschlächtigen Dienstmädchens Sonia (Katharina-Sara Huhn) als Zumutung. Letztere ist nicht ohne Grund die Titelheldin; sie wird noch eine entscheidende Rolle spielen in diesem Familiendrama. Michael Gruners Inszenierung ist fein gearbeitet und gut gespielt, das Stück aber hält dann doch nicht, was es verspricht. W K

Nestroyhof, Fr, Sa, Di, Mi 20.00 (bis 10.5.)


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