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Woher kommt das Hakenkreuz auf der Ruine Hockraig?

Politik | INTERVIEW: BARBARA TÓTH | aus FALTER 17/14 vom 23.04.2014

Auf einem Turm der Burgruine Hochkraig in Kärnten prangt seit 80 Jahren ein riesiges, weißes Hakenkreuz. Das Mauthausen-Komitee fordert seine Entfernung. Aber dabei gibt es einiges zu beachten, erklärt Renate Holzschuh-Hofer vom Bundesdenkmalamt.

Das Hakenkreuz sorgt nicht das erste Mal für Aufsehen. Warum ist es so schwer, es wegzukriegen?

Es wurde 1934 mit einer offensichtlich aggressiven weißen Farbe direkt auf den mittelalterlichen Verputz und zum Teil auf das Mauerwerk aufgetragen. Momentan kann man nicht einmal zum Fuß des Turmes gelangen. Der Zugang über den Halsgraben ist heuer im Jänner eingestürzt. Es wäre eine absolute Kletterpartie. Auch die Mauerkrone ist nicht gesichert, man kann sich also auch nicht abseilen.

Wie ließe es sich dann entfernen?

Man müsste einmal herausfinden, womit es gemalt wurde und was eine Entfernung für die Statik und Substanz des Bauwerks bedeutet. Derzeit ist aber die Untersuchung des Turmes nur unter Lebensgefahr möglich. Deswegen stimmt es nicht, wenn Medien von einer Behördengroteske schreiben. Niemand will dieses Hakenkreuz dort, weder der Burgherr Peter Goess noch wir. Das Denkmal ist wichtig, aber die Sicherheit der Menschen steht im Vordergrund.

Wieso regt das Hakenkreuz jetzt auf? Es gibt es ja schon lange.

Der Turm wurde vor zwei Jahren von dichtem Pflanzenbewuchs befreit. Der hätte das Mauerwerk weiter zerstört. Also kam es wieder zum Vorschein. Man hatte davor auch schon versucht, es zu übermalen, als Quadrat, aber es schimmerte wieder durch. Es ist leider wirklich hartnäckig.

Wie geht es nun weiter?

Wir müssen uns gemeinsam überlegen, wie wir weiter vorgehen und wie die Maßnahmen finanziert werden können. Die Angelegenheit von einem auf den anderen zu schieben führt nirgendwo hin.


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