Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 17/14 vom 23.04.2014

Pop

Valina: Container

Kaum eine österreichische Gitarrenband ist international so umtriebig wie Valina. Vom Noiserock kommend, ging es dem seit den mittleren 90ern aktiven Linzer Trio, einem guten Boxer gleich, nie nur um den harten Schlag, sondern stets auch um das vorangehende Tänzeln. Das Spielerische und die Wucht, es findet auf dem vierten, einmal mehr von Steve Albini in Chicago aufgenommenen Album perfekt zusammen. Sehr schön ist auch das nicht eben zurückhaltende Saxofon, das einige Stücke prägt. (Trost) GS Live: 24.4., 21.30, Chelsea

Jazz

Jazz Orchestra Vorarlberg: Morphing

Clemens Wenger, Strippenzieher der jungen heimischen Szene, sorgt als Leader dieser kleinen Bigband für den schrägsten Spaß zwischen Bregenz und Bratislava. Vom swingenden Kaffeekränzchen über Ambient-Jazz, nervenstrapazierende Unisoni bis zur gnadenlos groovenden, progrockelnden Space-Jazz-Disco hat hier vieles Platz. Eine weniger überzeugende Spoken-Word-Performance mit Anliegen und fragwürdiger Aussprache (das "t" in "function" bleibt bitte stumm!) ändert nichts am guten Gesamteindruck. (Jazzwerkstatt) KN

Global

Dobrek Bistro: Bistro III

Wie autochthone Wiener auszusehen und zu klingen haben, darüber sollen sich die Blaumiesen ihre schlecht frisierten Klotzköpfe zerbrechen. Wir sind froh, wenn einer wie Krzysztof Dobrek hier hängenbleibt und mit Musikern von woher auch immer eine dermaßen beschwingte, vielschichtige und auf jeden Ethnokitsch pfeifende Weltmusik macht, die einfach das ist: a wöd musi; und wenn der fantastische Gerald Preinfalk zum Sax greift, kann die (auf "Emolia") auch plötzlich klingen wie Soft Machine 1970. (dobrecords) KN


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