Weil unsere Erde ohne Defizite vollkommen öde wäre

Der Rapper Jan Delay wirft sich für sein neues Album die Rock-Lederjacke über, Spaßpunk Bela B wagt einen Americana-Ausritt

Feuilleton | MUSIKKRITIK: GERHARD STÖGER | aus FALTER 17/14 vom 23.04.2014

Auf den ersten Blick haben Jan Delay, 38, und Bela B, 51, nicht viel gemeinsam. Der eine kommt vom Hip-Hop, der andere vom Punk. Der eine brachte dem deutschen Rap mit seiner Gruppe Absolute Beginner in den 90ern den Hüftschwung bei, der andere erteilte den 3-Akkord-Dogmatikern und Polit-Parolen-Dreschern mit dem Trio Die Ärzte schon in den 80ern die eine oder andere Humorlektion. Der eine wurde erst mit seinen Soloarbeiten zum Überflieger, der andere nimmt sich mit seinen Alleingängen bewusste Auszeiten vom Superstardasein. Der eine verehrt Udo Lindenberg, der andere Lee Hazlewood.

Bei genauerer Betrachtung fällt die Unterscheidung plötzlich schwer: Jan Delay und Bela B sind echte Glücksfälle im breitenwirksamen deutschsprachigen Pop; beide haben einen ganz eigenen Schmäh kultiviert; beide fallen durch Haltungsstärke der Marke "Ned deppert sein" auf; beide tragen gerne feinen Zwirn, beide beherrschen das Spiel mit der Arroganz und wissen dabei doch genau, dass Selbstironie eine


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