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Falter & Meinung | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 17/14 vom 23.04.2014

Die größte Gefahr in der Marc-Aurel-Straße geht normalerweise von Kampfradlern und (am Wochenende) von schwallkotzender Ballermannjugend aus. Als Gerhard Stöger Mittwoch morgens der Redaktion zustrebte, war das Stunden zuvor ausgebrochene Feuer im Wohnhaus an der Ecke zum Hohen Markt schon gelöscht, die Straße aber noch gesperrt. Falter-Mitarbeiter, die aus der anderen Richtung kamen, konnten den Brand nicht einmal riechen.

Die Verkehrsbehinderung blieb bis zum feiertagsbedingt vorgezogenen Redaktionsschluss aufrecht. "Deadline, wo ist dein Stachel?!", sang der Falter-Chor, denn siehe, der protestantische Block der Redaktion (bestehend aus Birgit Wittstock und der überwiegenden Mehrheit des Feuilletons - natürlich mit Ausnahme des Italieners) heiligte die Arbeit anstelle des höchsten evangelischen Feiertags, und so konnten sich die meisten Kolleginnen und Kollegen noch am helllichten Tag bestens gelaunt ins Osterwochenende verabschieden.

Gedämpft war lediglich die Stimmung Dusinis, gedämpft dank des Einsatzes potenter Analgetika auch der Schmerz in dessen Schlüsselbein. Verantwortlich für die Klavikulafraktur, die sich der wackere Redakteur auf dem Weg zum Arbeitsplatz zugezogen hatte: Der Brand in der Marc-Aurel-Straße und die daraus sich ergebenden verkehrsbehindernden Maßnahmen, die das gewohnte Zusammenspiel von Sehen und Gehen zerrüttet hatten. Für das im Feuilleton so beliebte Zidane/Materazzi-Rollenspiel fällt der Italiener jetzt für die nächsten Wochen leider aus.


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