Vor 20 Jahren im Falter Wie wir wurden, was wir waren

Es kam anders

Falter & Meinung | aus FALTER 17/14 vom 23.04.2014

Ein gewisser Martin Staudinger wurde im Editorial begrüßt; er war dem Publikum bereits als Autor des legendären Totengräbertreffens im Salzkammergut bekannt und wurde nun fest angestellt. Eingestellt hat er sich mit einer Geschichte, die nicht zum ersten und nicht zum letzten Mal im Falter erscheinen sollte, mit der Frage: Wer will Kärnten? Gemeinsam mit Thomas Seifert deklinierte Staudinger das Kärntner Drama durch: "Kärnten ist anders. Die Volkslieder klingen trauriger als in Restösterreich, die Wirtschaft steht schlechter da, die Politik agiert unumschränkter. Und all das hängt irgendwie mit der ,Kärntner Seele' zusammen." Die war dann mit dem Psychiater Erwin Ringel und dessen Punschkrapferl-Metapher schnell abgetan: "Außen rosa, innen braun und ständig unter Alkohol." Blieb nur die Frage. Wie wird Österreich Kärnten los? Der Verfassungsrechtler Manfried Welan musste die Fragenden enttäuschen: "Die Verfassung sieht eine Sezession eines Bundeslandes nicht vor. Die Bundesländer sind an die Republik gekettet und umgekehrt." So kam es zur Hypo.

In der Leopoldstadt machte sich die FPÖ gegen das Projekt eines Integrationshauses stark. Ihr Wiener Obmann kannte das Vorhaben von Willi Resetarits zwar noch nicht, war aber vorsichtshalber schon einmal dagegen.

Vorsichtig ging Dominic Heinzl im Gespräch mit Doris Knecht ans Werk, hatte man ihm doch vorher bedeutet, er solle sich nicht mit der zusammensetzen, sie sei eine "Gemeine, Hinterlistige". So schlimm war es dann doch nicht, und der fesche Heinzl schaffte es aufs Falter-Cover. Allerdings ist einiges anders gekommen, als er es sich damals vorgestellt hat.

Sein Gesicht wolle er nur mehr zwei Jahre in die Kamera halten, garantiert. Und für einen Job beim Hörfunk interessierte er sich, etwa den Ö3-Chef. Die Privatisierung des Radios stand noch bevor und wurde nicht zuletzt deswegen aufgeschoben, damit sich der ORF gut darauf vorbereiten konnte. Und im Auto hatte Heinzl immer ein Buch, für zwischendurch. Aktuell "Jesus Christus" von Alfred Worm. AT


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