Katharinas Nachtwache Was in Wiens Partyszene passiert - Veranstaltungen im Überblick

Im Blick zurück entstehen die Dinge

Lexikon | aus FALTER 17/14 vom 23.04.2014

Werden im Vorfeld einer Veranstaltung Songs von Roxette und Reinhard Fendrich auf die Facebook-Wall gepostet, muss man sich vor einer weiteren ironischen Retro-Party fürchten. Im vor kurzem wiedereröffneten Kiosk in der Schleifmühlgasse erweist sich diese Angst am Mittwochabend aber als unbegründet. Unter dem Motto "Mixtapes from our childhood" spielen Kido Soon und die New-Tower-Generation-Zwillinge nur Musik, mit der sie und zweifellos alle im Publikum gerne aufgewachsen sind. Zwischen Pantera und Metallica, Ugly Kid Joes "(I Hate) Everything About You" und "Disco 2000" von Pulp ist die Luft so rauchig-dick, dass man nicht mehr bis zum DJ-Pult sieht, gehen die Gläser an der Bar aus, tanzen die Leute tatsächlich auf den Tischen. Ernsthaftes Arbeiten am Donnerstag können wir vergessen, aber dafür singt Axl Rose wieder einmal "November Rain", und es klingt genau so herzzerreißend wie damals.

VORSCHAU

FREITAG: Eine gute Idee für das letzte Aprilwochenende ist wie jedes Jahr ein Ausflug zum Donaufestival in Krems, das am Eröffnungswochenende u.a. mit Oneohtrix Point Never, Mouse On Mars, Dean Blunt und Detroit-Technoveteran Jeff Mills aufwartet. Auch in Wien passiert Gutes, so spielt etwa die Chicagoer House-Größe Robert Owens mit den e-Nixen in der Pratersauna ein Tributset für den kürzlich verstorbenen House-Maestro Frankie Knuckles. Der Volksgarten Pavillon und der Inder bei der Brigittenauer Brücke eröffnen die Gartensaison, Precious K von den Innsbrucker Disco-Dons Janefondas bringt den Ragnarhof zum Tanzen und Audio Werner groovt zu jazzig-vertracktem House in der Grellen Forelle. Im Blue Lagoon wird ein Kunstbuch über einen früheren Wien-Besuch der Londoner Avantgardisten Coil präsentiert, die 20 Years of Hip-Hop haben den Turntablist-Meister Marc Hype ins Café Leopold geladen und die Auslage verspricht uns neben Techhouse von Moritz Guhling auch Unmengen an Zuckerln.

SAMSTAG: In der Grellen Forelle versammelt sich eine Delegation heimischer Elektronik-und Pop-Vertreter von Hans Platzgumer über I-Wolf bis Julian & der Fux zugunsten des Vereins von Ute Bock und Ryan Hemsworth vermischt im Café Leopold Pop, R'n'B Breaks und andere Hip-Hop-infizierte Beats mit House-Harmonien.

SONNTAG: Vormittags holt man sich eine Portion feine Gitarrenmusik beim Twee Indie-Breakfast im Espresso, abends schaut man ins Fluc, wo die norwegischen Folk-Krautrocker Karokh die Konzertreihe "Conflict of Sound" eröffnen. seidler@falter.at


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