Der Messias geht auch putzen

Händel statt Hip-Hop? Die Jugend an der Wien beweist jedenfalls, dass ein Oratorium nicht nur etwas für die älteren Generationen ist

Feuilleton | REPORTAGE: MIRIAM DAMEV | aus FALTER 17/14 vom 23.04.2014

Einer nach dem anderen betreten die Mädchen und Buben den Bühneneingang des Theaters an der Wien. Es ist Samstagnachmittag, eigentlich schulfrei, doch Elisa, Moritz, Anton, Julia, Olivia und Melinda verbringen zurzeit fast jede freie Minute im Theater. Schon seit November proben sie Händels " Messiah". Kommende Woche ist es dann so weit: Insgesamt 30 Buben und Mädchen zwischen 14 und 21 Jahren werden in Claus Guths Inszenierung auf der Bühne stehen.

Auf der Probebühne wippt ein Mädchen hin und her. Sie stellt eine Uhr dar, dazu wird lautmalerisch improvisiert. Elisa tritt als Erste aus der Gruppe heraus und singt ihre Soloarie. Elisa ist 20 Jahre alt und kommt aus der Steiermark. Zurzeit studiert sie musikalisches Unterhaltungstheater, will aber bald ins klassische Fach wechseln. Das Jugend-Musiktheater hat sie in ihrer Entscheidung bestärkt, Musikerin zu werden.

Nicht alle bringen so viel Erfahrung wie Elisa mit. Manche kommen hier zum ersten Mal mit klassischer Musik in Berührung.


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