Buch der Stunde

Shakespeare war Shakespeare und bleibt doch fremd

Feuilleton | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 17/14 vom 23.04.2014

Der Amazon-Verriss ist der Albtraum jeden Autors: Irgendjemand mit einem halblustigen oder komplett einfallslosen Pseudonym hat einen Stern vergeben, weil er zum Beispiel findet, der Typ, der Shakespeares "Viel Lärm um nichts" übersetzt hat, könne nicht mal Deutsch. Verständlich, dass Frank Günther (der 34 von 37 Shakespeare-Stücken übersetzt hat) irritiert war -bis er des Umstands inne wurde, dass Christineo8 offenbar Anstoß am hochtrabenden Geschwätz von Hilfspolizisten ("bei einem Verhör muss man mit Delikatessen ans Werk gehen! Das sind notarische Kriminaler") genommen hat, das freilich schon bei Shakespeare entsprechend bescheuert war.

Der Anglist, Regisseur und Übersetzer hat keinen Genierer, in "Unser Shakespeare" auch seine Dankesrede zur Verleihung des Heinrich-Voß-Preises abzudrucken. Macht aber nix, denn zum einen ist diese sehr vergnüglich zu lesen, zum anderen ist sein Shakespeare-Kompendium um wasserdichte Systematik ohnedies sympathisch unbekümmert.

Günter greift


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