Shakespeare's Greatest Hit

Vor 450 Jahren wurde Shakespeare geboren, vor rund 250 von den Deutschen entdeckt. Seitdem wird sein Sonett Nr. 18 gecovert wie sonst nur die Bibel

Feuilleton | ÜBERSETZUNGSÜBERPRÜFUNG: KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 17/14 vom 23.04.2014

Von Shakespeares "Sonetten" weiß man mit letzter Sicherheit wirklich erstaunlich wenig: weder, wann diese verfasst wurden, noch in welcher Reihenfolge und ob jene, die wir kennen, wirklich authentisch sind. Wir wissen weder, wer genau der Mann, den wir Shakespeare nennen, wirklich war, noch wer sich hinter jenem "Mr. (= Master) W. H." verbirgt, dem die 154 Gedichte zugeeignet sind. Und es ist auch nicht geklärt, ob Shakespeare homosexuell war oder ob nur seine Sonette schwul sind.

Fest steht, dass die Erstausgabe von "Shake-Speares Sonnets" 1609 bei Thomas Thorpe in London erschienen ist. Fest steht des Weiteren, dass die Sonette - so wie ja auch ihr Verfasser selbst -gerade im deutschen Sprachraum eine ganz besondere Wirkungsgeschichte entfaltet haben. Erst weit über 100 Jahre nach seinem Tod wurde der englische Dichter und Dramatiker im deutschen Sprachraum überhaupt zur Kenntnis genommen, zuerst mit fremdelnder Skepsis, schließlich - von Lessing über den Goethe des Sturm und Drang


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