Kolumne Außenpolitik

Antifaschismus als Vorwand: Putins Propagandakrieg

Falter & Meinung | FRANZ KÖSSLER | aus FALTER 17/14 vom 23.04.2014

Wie lässt es sich erklären, dass Wladimir Putin trotz seiner kriegerischen Rolle in der Ukraine in der russischen Öffentlichkeit höchste Popularitätswerte erreicht? Wenn man die sowjetischen Medien aus der Nähe kennengelernt hat und heute die russischen Medien zur ukrainischen Krise verfolgt, erkennt man das Grundmuster wieder. Es werden patriotische Gefühle mobilisiert, die durch keine kritische Aufarbeitung der Geschichte getrübt sind: Was in der Weltöffentlichkeit als aggressives Großmachtgehabe wahrgenommen wird, versteht die russische Öffentlichkeit als Rückkehr zur historischen Größe Russlands.

Putin mag international immer isolierter sein, bei sich zu Hause kann er mit mehrheitlich begeisterter Zustimmung rechnen. So überbordend ist der Patriotismus, dass einige Berichterstatter über die "Befreiung" der Krim in enthusiastischen Tönen wie über ein siegreiches Fußballspiel berichten. Mit gleichem Überschwang zeichnen sie das Bild der proeuropäischen Maidan-Demonstranten


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