Gelesen Bücher, kurz besprochen

Politik | aus FALTER 18/14 vom 30.04.2014

Die Umverteilung der Freiheit Der klassische Liberalismus ist ein alter, müder Hund -deswegen hat ihm die Ökonomin und Philosophin Lisa Herzog ein gründliches Update verpasst. In ihrem Buch entwirft sie die Idee eines komplexen Liberalismus: angepasst an die Sozialstrukturen moderner Gesellschaften und ausgerichtet auf nachhaltiges Wirtschaften. Die Autorin zielt auch dorthin, wo viele Liberale empfindlich sind. Selbst die Denkkategorie des "Verdiensts" bleibt nicht verschont: "Wenn man sich klarmacht, dass die Voraussetzungen, etwas zu 'verdienen', nicht nur in den Individuen, sondern vor allem auch in den sozialen Strukturen liegen, ergibt sich ein neues Verständnis von sozialer Gerechtigkeit: als einer möglichst weiten Verteilung aller Dimensionen von Freiheit für alle Mitglieder einer Gesellschaft." Erfrischend ist außerdem, dass die Autorin ohne wirtschaftsliberalen oder vulgärmarxistischen Spin schreibt und so die scheinbare Feindschaft zwischen Märkten und Staaten als engstirnigen


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