Kinderbuch der Stunde

Buch am Strome: 2875 Kilometer auf 48 Seiten

Feuilleton | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 18/14 vom 30.04.2014

Österreich ist ja leider ein Binnenland. Aber wenn es schon keine Meeresküste zu bieten hat, so doch immerhin einen Fluss, der sich auch international sehen lassen kann: die Donau. Dem in der Bundeshymne in einem Atemzug mit den Alpen besungenen Gewässer ("Land der Berge, Land am Strome") hat Arthur Fürnhammer - Falter-Lesern als Autor des "Tschocherl-Reports" bekannt -ein Kindersachbuch gewidmet.

In 20 Kapiteln folgt "Das große Donaubuch für Kinder" dem 2857 Kilometer langen Verlauf des Stroms, von den beiden Quellflüssen im Schwarzwald (Eselsbrücke: "Brigach und Breg bringen die Donau zuweg") bis ins Schwarze Meer. Jede Doppelseite bildet ein abgeschlossenes Kapitel, jedes Kapitel bietet verschiedene kurze Texte mit Fakten zu Geografie und Geschichte des jeweiligen Donauabschnitts, auch die eine oder andere Sage (lauter Top-Kinderthemen: Nibelungen! Raubritter! Rattenfänger!) wird referiert.

Der Schwerpunkt des Donaubuchs liegt ganz klar auf Österreich; der Rest des (nach der Wolga) zweitlängsten Flusses Europas, der durch insgesamt zehn Staaten fließt, wird auf nur sechs Seiten abgehandelt. Umso liebevoller und ausführlicher widmen sich Fürthaller und der Illustrator Nicolas Rivero Landschaften wie dem Strudengau, dem Nibelungengau oder der Wachau; auch spannenden Sachthemen wie der Donauschifffahrt, den Wasserkraftwerken, den Tieren und Pflanzen, der römischen Stadt Carnuntum (seinerzeit das "Rom an der Donau" genannt) sind eigene Kapitel gewidmet. Erwähnt werden weiters jüngere historische Themen wie das Kuriosum des Atomkraftwerks Zwentendorf oder die Besetzung der Hainburger Au.

In ihrer gelungenen Mischung aus naturalistischer Darstellung und kindlicher Veranschaulichung haben Riveros Illustrationen etwas Klassisches, ohne altmodisch zu wirken; Ähnliches lässt sich auch über Fürnhammers schnörkellose Texte sagen, die so geschrieben sind, dass sie jedes Kind verstehen kann, dabei aber erfreulicherweise ohne jovialen Onkelton auskommen.


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