Fidel Castro kann nicht tanzen

In "Ketzer" schließt Krimiautor Leonardo Padura einen abenteuerlichen Raubkunstplot mit Kritik am sozialistischen Kuba kurz

Feuilleton | REZENSION: SIGRID LÖFFLER | aus FALTER 18/14 vom 30.04.2014

Man sollte meinen, das ginge gar nicht: ein Mix aus Kuba-Krimi und Raubkunst, Rembrandt und Holocaust, aus Künstlerroman und Historienschmöker plus Revolutionskritik nach 50 Jahren Sozialismus made in Havanna. Es geht aber doch, und sogar überraschend glatt und krampflos.

Leonardo Padura, der nur vier Jahre älter ist als Fidel Castros Revolution von 1959 und trotz aller Kritik an Kubas Misswirtschaft und Systemfehlern auch weiterhin lieber in Havanna als in Miami lebt, ist ein Autor mit überbordendem Erzähltemperament. Sein Credo: Warum nur einen Roman schreiben, wenn man auch drei oder mehr Romane in ein einziges Buch packen kann?

Und genau dieser Vorsatz liegt seinem jüngsten Roman "Ketzer" zugrunde. Darin verquickt Padura recht unbekümmert eine jüdische Emigrationsgeschichte und einen Kunstthriller um ein enteignetes Rembrandt-Gemälde mit einem Barockroman über das Goldene Zeitalter der Niederlande sowie einem gesellschaftskritischen Havanna-Krimi.

Damit das alles nicht auseinanderfliegt,


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