Familien mit Rucksack

In Wien werden jährlich rund 130 Kinder an Pflegefamilien vermittelt. Wie lebt es sich im Patchwork?


BEGEGNUNG: BIRGIT WITTSTOCK
Stadtleben | aus FALTER 18/14 vom 30.04.2014

Kannst du mich halten, damit ich nicht verloren gehe?" Leos Hand sucht im Dunkeln nach der von Andrea R. Er hatte wieder einen Albtraum. Seit Jahren verfolgt ihn seine Vergangenheit. Anfangs ließen ihn die Bilder Nacht für Nacht schreiend aufschrecken. Inzwischen werden die Abstände zwischen den Albträumen größer. Was er in den ersten acht Monaten seines Lebens erlebt hat, hat sich tief eingebrannt. Wenn Leo, fünf, heute die Sirenen eines Einsatzfahrzeugs hört, dann sagt er sich laut: "Das ist nur eine Rettung, die fährt zu jemandem, der sich verletzt hat. Die bringt nur etwas in Ordnung." Das ist Leos Mantra, mit dem er sich beruhigt. Denn Sirenengeheul bringt die Bilder zurück, die ihn nachts verfolgen.

Leo ist eines von rund 130 Kindern, die alljährlich in Wien aus ihren Familien genommen und in die Obhut von Pflegefamilien gegeben werden. Alkohol, Drogen, psychische Probleme, sexueller Missbrauch, Gewalt und Vernachlässigung -selbst wenn die Gründe schwer wiegen und die

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