Die Macht und die Masse

Ein eben erschienenes Buch zeigt: Fußball mögen alle, auch Diktaturen

Stadtleben | REZENSION: JOHANN SKOCEK | aus FALTER 18/14 vom 30.04.2014

Die Meldung kam wie bestellt: Der FC Schalke 04 wurde von Russlands Präsident Wladimir Putin nach Moskau eingeladen. Nicht weil Putin Schalke-Fan ist, sondern weil der russische Staatskonzern Gazprom um viel Geld auf den Leiberln der Mannschaft wirbt. Und jetzt will Putin offenbar auch etwas davon haben. Die Reise zum großen Gönner rief viel Kritik über die "Instrumentalisierung des Fußballs" hervor.

Wie das funktioniert, ist in einem neuen Buch von Wissenschaftlern der Universität Graz und des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Kriegsfolgenforschung nachzulesen: "Fußball, Macht und Diktatur" behandelt das immer wieder aktuelle Thema der Indienstnahme des Massenspektakels Fußball für Herrschaftssysteme, Diktatoren und Oligarchen.

Zwar machen das Demokratien genauso unverschämt, siehe das Einspannen des ÖFB-Teams für das Wohlfühlklima in Österreich. Doch bei Diktaturen beurteilt man das zu Recht strenger.

Seinen Ausgang nahm das Projekt 2012 in der Steiermark, indem die Beziehungen


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