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Michael Glawogger war ein harter Filmarbeiter, freundlich verschmitzt. Jetzt ist er tot

Feuilleton | NACHRUF: MICHAEL OMASTA | aus FALTER 18/14 vom 30.04.2014

Sein letzter großer Erfolg war der Spezialpreis der Jury bei den Filmfestspielen von Venedig. 2011 stellte Michael Glawogger dort sein dokumentarisches Triptychon "Whores' Glory" vor, das Formen des Umgangs von Männern mit Prostituierten verhandelt. Für die Interviews warf er sich in die Einserpanier eines Alt-Wiener Strizzis, dickes Goldketterl inklusive und die Haare lang im Nacken.

Glawo, wie seine Freunde ihn nannten, war ein harter Filmarbeiter, hart gegen sich selbst, dabei freundlich verschmitzt; vielleicht hätte ihm auch das Wort "ausgebufft" gefallen. Schon als Teenager in Graz soll er ständig im Kino gewesen sein und das Vorführpersonal gern in Diskussionen verwickelt haben. In den 1990ern, nach Studien in San Francisco und an der Wiener Filmakademie, nahm seine Karriere rasch Fahrt auf.

Den ersten großen Schritt markierte "Good News"(1990) von Ulrich Seidl, zu dem er das Buch schrieb, eine zwischen präziser Alltagsbeobachtung, stilistischer Überhöhung und Gartenzwergpolemik


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