Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 18/14 vom 30.04.2014

Pop

Moodymann: Moodymann

Kenny Dixon Jr. ist das launische Genie des Detroit House. Nach einigen durchwachsenen Arbeiten präsentiert er als Moodymann wieder eine Großtat des mit gutem Gefühl hingeschissenen Grooves. Das Album spiegelt die harte Realität Detroits wider (man höre die krasse Lana-Del-Rey-Dekonstruktion "Born 2 Die"), bietet aber auch Platz für Eskapismus und Rollschuh-Disco. Dass Moodymann immer mehr im Songformat denkt und auf den Spuren von Funkadelic und Prince wandelt, schadet keineswegs. (KDJ) SF

Pop

Pixies: Indie Cindy

1988/89 waren die Pixies die beste Band der Welt. Das Quartett aus Boston war wütend, laut, seltsam und bei aller Lust am Lärm auch mit einem Händchen für große Melodien gesegnet. 1993 hat man sich zerstritten, 2004 für eine bis heute andauernde Reunion-Inkassotournee reformiert. 23 Jahre nach dem öden Schwanengesang "Trompe le Monde" gibt es jetzt auch ein neues Album. In seiner gesetzten Durchschnittlichkeit ist "Indie Cindy" aber nur mehr für einen Superlativ gut: jenen der unnötigsten Platte des Jahres. (PIAS) GS

Klassik

Vincent Larderet: Ravel

Eine Wassernixe, listige Kobolde oder ein torkelnder Gnom: solche Wesen bevölkern Ravels Klavierdichtung "Gaspard de la nuit" nach Gedichten von Aloysius Bertrand. Auf seiner neuen, Ravel gewidmeten CD erweckt Vincent Larderet die grotesken Fantasiewesen zum Leben. Larderet erweist sich hier als sensibler, hochexpressiver Pianist, der mit Ravels raffinierter Klangsprache bestens vertraut ist -in den perlenden "Jeux d'eau" ebenso wie in der zart melancholischen "Pavane" oder der finsteren "Valse".(ARS Produktion) MDA


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