Der Säulenheilige der Postmoderne

Hans Hollein, Architekt, Theoretiker, Designer, Stadtplaner und Künstler, ist tot

Feuilleton | NACHRUF: MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 18/14 vom 30.04.2014

Eine Anekdote bringt es auf den Punkt: Als der deutsche Architekturtheoretiker Heinrich Klotz in den 1980ern nach Wien kam, um im Museum für angewandte Kunst (Mak) das postmoderne Spiel mit historischen Zeichen abzufeiern, meldete sich Hans Hollein zu Wort: "Säulen haben wir hier genug", sagte der Wiener Architekt in dem historistischen Ringpalais.

Das Label "Postmoderne" haftete dem 1934 in Wien geborenen und einer Familie von Bergbauingenieuren entstammenden Baukünstler jahrzehntelang an. Und tatsächlich sind einige von Holleins Entwürfen echte Ikonen der Yuppie-Ära: So gestaltete er 1980 für Alessi ein Kaffeeset in Form eines Flugzeugträgers, motzte 1987 einen Bösendorfer-Flügel in barocker Sonnenkönigsmanier auf.

Auch bei seinen wichtigen Gebäuden wie dem Haas-Haus am Stephansplatz (1986-1990) und dem Städtischen Museum Abteiberg in Mönchengladbach (1972-1982) arbeitete er mit Imitation und Montage, welche die Rationalität der Moderne "unterliefen", wie das im zeitgenössischen


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