ACHT STUNDEN SIND NIE GENUG

Einst kämpft e die Arbeiterbewegung um den Achtstundentag. Heute wünschen wir jemanden herbei, der uns endlich den Computer abdreht. Über Arbeitszeiten


BERICHT: SIBYLLE HAMANN
Politik | aus FALTER 18/14 vom 30.04.2014


Foto: Stadtarchiv Villingen-Schwenningen/Uhrenfabrik Kienzle

Foto: Stadtarchiv Villingen-Schwenningen/Uhrenfabrik Kienzle

Es ging um den Achtstundentag, und es endete in einem Blutbad. Am 1. Mai 1886 zogen Männer, Frauen und Kinder mit bunten Fahnen vor die Erntemaschinenfabrik McCormick in Chicago. Die Sonne schien. Sie sprachen deutsch, tschechisch, polnisch – die meisten waren europäische Einwanderer der ersten Generation. Ihr Anführer August Spies, den die Armut aus dem deutschen Hessen nach Amerika getrieben hatte, gehörte zum sozialrevolutionären Flügel der Arbeiterbewegung. „Man kann nicht ewig wie ein Stück Vieh leben“, schrie er auf Deutsch oben auf der Tribüne.

Die Streiks und Demonstrationen dauerten mehrere Tage. Bis ein Unbekannter eine Bombe in die Menge warf. Die Polizei schoss in Panik wild um sich, Dutzende Tote blieben auf dem Haymarket liegen. August Spies wurde verhaftet und zum Tod verurteilt, obwohl er mit der Bombe nichts zu tun hatte. Im November 1887 wurde er am Galgen hingerichtet.

So wurde der Erste Mai zum Feiertag der internationalen Arbeiterbewegung, mit Maiaufmärschen von Havanna bis Hütteldorf. Und der Achtstundentag zum Symbol.

  1464 Wörter       7 Minuten
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?
Bitte liken Sie den FALTER auf Facebook:

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

×

Anzeige

Anzeige