Beisl Der steirische Gourmet

Das Esszimmer als Wunschdenkraum

Steiermark | Kunstcafétest: Günter Eichberger | aus FALTER 19/14 vom 07.05.2014

Das Kunsthaus ist zur Zeit populistischen Anfeindungen ausgesetzt. Dem kann nur mit härtester Kost begegnet werden. Das Kunsthauscafé, in dem die Pächter -Achtung, maßlose Übertreibung! - fast so oft gewechselt haben wie die Ausstellungen, wird nun vom Team der "Süßen Luise" geführt. Der Ansatz ist interessant: Das Café soll stärker in das Ausstellungsgeschehen integriert werden, Themen sollen kulinarisch aufgegriffen und reflektiert werden. Im Frühling gibt es "Anleitungen zum Selbermachen": Die Gäste können Zutaten ins Lokal mitbringen und dort - etwa nach Rezepten des Oktoberrevolutionskünstlers El Lissitzky - selbst zubereiten. Bei unserem Besuch sind wir ganz konventionell auf Fremdgemachtes angewiesen.

Das Menü gibt es um 6,90 Euro. Die Spargelcremesuppe schmeckt nur dezent nach Spargel, das beigefügte Bärlauchpesto dominiert. Die Gemüsesuppe mit fülligem Kaspressknödel überzeugt. Das gratinierte Kotelette mit Mozzarella und Tomaten weckt ungute Erinnerungen an die Landgasthöfe der 1970er. Zum Nachkochen laden die Steirer-Spätzle mit Schafkäse und Kernöl ein. Mit den Nachspeisen punktet die "Luise" selbstredend.

Resümee

Das Konzept vom Esszimmer, das Denkraum und Bühne sein will, liest sich besser, als es dort schmeckt. Auf die kommenden Themen "Materialproben" und "Gefährlich genießen" sind wir jedenfalls gespannt. F

Luise im Kunsthaus, Lendkai 1,8020 Graz, Tel. 0650/220 00 22, Di-So 9-17 Uhr


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige