"Was soll ich mit der Frau, was will die von mir?"

Die Filmemacherin Gloria Dürnberger war ein Pflegekind. In einem preisgekrönten Film macht sie sich auf die Suche nach ihrer Mutter

Stadtleben | GESPRÄCH: BIRGIT WITTSTOCK | aus FALTER 19/14 vom 07.05.2014

Würdest du sagen, dass du mich liebst?", fragt Gloria Dürnberger ihre Mutter Margit. "Ich bin doch nicht schwul", lautet deren Antwort. Margit ist psychisch krank und hat ihre Tochter Gloria im Alter von acht Monaten zu einer Pflegefamilie gegeben. In ihrem aktuellen Dokumentarfilm "Das Kind in der Schachtel" macht sich Dürnberger, 33, Schauspielerin und Regisseurin, auf die Suche nach ihren Wurzeln. Mit dem Falter hat sie über ihre Kindheit als Pflegekind gesprochen und darüber, wie sie ihren "Rucksack" loswurde.

Falter: Frau Dürnberger, in Ihrem Film sagen Sie, Sie würden sich entwurzelt fühlen und fürchten, auch Ihren künftigen Kindern keine Wurzeln mitgeben zu können. Hat Ihnen die Vergangenheitsbewältigung, die Sie mit dem Film betrieben haben, dabei geholfen, Wurzeln wachsen zu lassen?

Gloria Dürnberger: Das Wurzellossein spüre ich immer noch. Das ist, glaube ich, etwas, das nicht mehr nachzuholen ist. Meine Pflegeeltern dachten und wünschten sich, dass sie mir Wurzeln


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