Film Neu im Kino

Hardboiled Detective-Story: "Zulu"

Lexikon | MICHAEL PEKLER | aus FALTER 19/14 vom 07.05.2014

Die Flucht endet mit einer Jagd. Aus dem schwarzen Jungen, der damals vor den weißen Polizisten mit ihren Bluthunden davonlief, ist nach dem Ende der Apartheid ein Polizist geworden, der die Verfolgung eines Verbrechers nicht aufgeben will. Eine nächtliche Hetzjagd und ein Fußmarsch unter gleißender Wüstensonne bilden somit jene Klammer in der Erzählung, die "Zulu" einen atemlosen Anfang und ein fulminantes Finale beschert.

Ali Sokhela (Forest Whitaker), Chef der Mordkommission in Kapstadt, übernimmt mit seinem Kollegen Brian Epkeen (Orlando Bloom) den Fall einer ermordeten jungen Weißen. Was zunächst nach einem Sexualverbrechen aussieht, das mit dem Tod mehrerer schwarzer Jugendlicher nichts zu tun zu haben scheint, erweist sich bald als Mord im Drogenmilieu, und die Nachforschungen des ungleichen, auf seine Art aber durchaus harmonischen Paars schrauben die Gewaltspirale rasch nach oben. So entwickelt sich "Zulu" von Jérôme Salle, entstanden nach dem vielfach ausgezeichneten Roman des französischen Autors Caryl Férey, sehr rasch als südafrikanische Hardboiled Detective-Story, in die sich die politische Vergangenheit des Landes einschreibt.

Das wirkt vor allem in der Verbindung von Rassismus und Pharmaindustrie etwas angestrengt, was aber nichts an der grimmigen Grundstimmung dieses Films ändert, die sich auch dem körperlichen und seelischen Leiden seiner Helden verdankt. Ob Alis Liebe zu seiner alten Mutter oder Brians Versagen als Vater und Ehemann -die Verhältnisse scheinen klar, doch im Gegensatz zum schablonenhaft gezeichneten Bösen bleibt beiden genug Freiraum für unterschiedliche Gefühlslagen. Auch wenn man sich als Cop in den Wellblechhütten der Schwarzen und den Villen der Weißen besser keine Gefühle erlauben sollte.

Ab Fr in den Kinos (OmU im Votiv)


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