Glosse Werbung

Make Love, Not Leichen: Das Leopold Museum gibt sich tapfer

Falter & Meinung | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 19/14 vom 07.05.2014

Das Leopold Museum wirbt derzeit mit einem Schiele-Bild für die Ausstellung "Trotzdem Kunst!", die sich mit der Malerei im Ersten Weltkrieg beschäftigt. Das Motiv entspricht so gar nicht dem Klischee, das der Museumsbesucher vom Ersten Weltkrieg hat: Statt Leichenbergen ist ein nacktes Mädchen mit gespreizten Beinen zu sehen.

Was sagt uns diese Werbung? Dass die Libido stärker ist als der Todestrieb, den Sigmund Freud angesichts des großen Mordens konstatierte, make love, not war? Vielleicht ist es sogar der Versuch, die Rolle der Frau im Patriarchat sichtbar zu machen. Fest steht nur, dass sich Schieles geile Girls immer gut verkaufen. Und dass der reizbare Publizist Karl Kraus das Museum für diese Heldentat nicht für eine Tapferkeitsmedaille vorgeschlagen hätte. F


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