Neue Bücher Weibliches Begehren und eine Geschichte der Lust

Feuilleton | aus FALTER 19/14 vom 07.05.2014

Eine Feministin, die gerne von hinten genommen wird und auch noch darüber schreibt? In Zeiten, wo es kaum mehr Tabus zu geben scheint, die nicht schon gebrochen wurden, hat Katherine Angel anscheinend eines entdeckt. Sie betritt das Minenfeld ihres Themas mit einer klugen Entscheidung: nicht über alle Frauen zu sprechen, sondern nur über sich selbst. Ihre Erinnerungen und Reflexionen sind schonungslos offen und alles andere als geschwätzig. Das findet Niederschlag im Satzspiegel, der viel Weißraum und damit viel Raum zum Nachklingenlassen des Gesagten lässt. Angel beschreibt ihre höchsteigene Lust und versucht sie mit dem abzugleichen, was sie über Lust gelernt hat. Dabei bleiben Widersprüche übrig, die das Buch interessant machen. Und das nicht nur für Frauen. Wer Sex hat, kann, ja muss nicht denken. Deswegen ist Lust ja auch so schwer in Worte zu fassen. Angel hat sich dieser Herausforderung gestellt. KB

Katherine Angel: Ungebändigt. Über das Begehren, für das es keine Worte


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