Nachgesehen Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Maiaufmarsch: Das rote Wien feiert und kritisiert sich selbst

Politik | BENEDIKT NARODOSLAWSKY | aus FALTER 19/14 vom 07.05.2014

Die Bommeln auf den Stöcken der Dudelsackbandtrommler sind rot, die Bürsten der Rauchfangkehrer sind rot, die Luftballons, die zum Himmel steigen, sind rot. Und oben auf der Bühne vorm Rathaus steht der Oberrote von Wien, Bürgermeister Michael Häupl, und winkt mit seinem roten Taschentuch den Sozialdemokraten zu, die unten an ihm wie Gladiatoren vorüberziehen: Sambatänzerinnen und Feuerwehrmänner, die alevitische Gemeinde, der Floridsdorfer Athletiksport-Club und Kanzler Werner Faymann mit seinen Leibwächtern.

Häupl winkt, winkt, winkt und der Lautsprecher erklärt der Masse, dass Wien und die SPÖ super sind. Als am Ende Faymann ans Rednerpult tritt, ziehen riesige Luftballons ein Plakat der Sozialistischen Jugend in die Höhe: "Acht Jahre Schwarz-Rot, weitere acht und wir sind tot." Bei Hypo-Verstaatlichung, Bildungs-und Fremdenrechtspolitik der Regierung sehen sie offenbar schwarz. F


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