Der Nino hat zwei Alben gemacht: einmal gut, einmal Genieverdacht

Feuilleton | MUSIKKRITIK: GERHARD STÖGER | aus FALTER 19/14 vom 07.05.2014

Unter Kärntner Sporthauptschülern der 1980er erfreute sich folgender Vierzeiler großer Beliebtheit: "I hob an Tram, a Fut am Bam. Wonn i aufekam, tat i'n einedrahn"(übersetzt also: "Ich habe einen Traum, eine Vagina auf einem Baum. Könnte ich ihn bloß erklimmen, wäre mein Penis sogleich in ihr drinnen").

Vielleicht war diese Obszönität auch bei Wiener Gymnasiasten der frühen Nullerjahre bekannt, vielleicht ist es aber auch Zufall, dass die zwei neuen Platten des Nino aus Wien "Bäume" und "Träume" heißen. Zwei neue Platten? Genau, Nino Mandl, wie der 26-jährige Wiener Liedermacher mit bürgerlichem Namen heißt, bringt seine Alben Nummer fünf und sechs zeitgleich am 16. Mai heraus.

"Träume" ist das lautere, rumpeligere und humorigere. In der gut eingespielten Viererbesetzung im Studio im Alberner Hafen aufgenommen, sind die zwölf Lieder relativ kurz und knapp gehalten; sie stolpern in die Indiedisco, liefern Slogans, ausgeschlafene Zeitgeistkritik (die so prächtige wie selbstironische


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