Alle Tassen im Schrank

In Wien ist Edmund de Waal als Bestsellerautor bekannt. Nun präsentiert er sich im Volksgarten als Künstler

Feuilleton | AUSSTELLUNGSBESUCH: MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 19/14 vom 07.05.2014

Zwei Vitrinen mit Tassen sind das Einzige, was der englische Künstler Edmund de Waal im Theseustempel im Wiener Volksgarten aufgestellt hat. Dieses Schmuckstück klassizistischer Architektur wurde 2010 restauriert und danach Schauplatz einer Ausstellungsreihe des Kunsthistorischen Museums. Zeitgenössische Künstler wie Ugo Rondinone hatten den Auftrag, sich mit den Eigenschaften dieses speziellen Raums ohne Fenster und künstliches Licht inmitten einer grünen Stadtoase zu beschäftigen. Nun ist zum ersten Mal ein Keramikkünstler zu Gast.

Edmund de Waal, Jahrgang 1964, ist hierzulande durch das Buch "Der Hase mit den Bernsteinaugen" bekannt, in dem er sich mit der außergewöhnlichen Geschichte seiner Familie beschäftigt. Seine Großmutter Elisabeth de Waal stammt aus der Wiener Bankiersfamilie Ephrussi, die zum jüdischen Großbürgertum gehörte und am Schottenring ein prunkvolles Palais errichtete.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen 264 Netsuke, japanische Miniaturschnitzereien aus


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