Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 19/14 vom 07.05.2014

Pop

Damon Albarn: Everyday Robots

Er hat mit Blur fantastische Songs geschrieben, teils auch mit den Gorillaz. Noch lieber aber bereiste er in den letzten Jahren Afrika oder machte Filmmusik. Dass Damon Albarn nun sein erstes Soloalbum vorlegt, hat für hohe Erwartungen gesorgt. Er verbindet seine schön-traurigen Gesänge darauf stimmig mit seiner Liebe zu verschlepptem Afrobeat und Soul, die meisten Songs bleiben aber leider unauffällig. Frustrierend, wenn man weiß, welche Refrains Albarn aus dem Ärmel schütteln könnte, wenn er nur wollte. (Warner) SF

Pop

Mile Me Deaf: Holography

Als Produzent und vor allem als Musiker, unter anderem bei Killed By 9V Batteries und Sex Jams, ist Wolfgang Möstl eine Schlüsselfigur im österreichischen Pop-Underground. Mile Me Deaf startete der Steirer einst als Soloprojekt. Mit dem zweiten Album ist eine fixe Band daraus geworden -und Möstl sein bisheriges Meisterstück gelungen. Sehr entspannt, dabei aber stets auf den Punkt, spielt das Quartett facettenreich angerichteten Slackerpop süßsauer und reiht scheinbar mühelos Hit an Hit. (Siluh) GS Live: 9.5., 21 Uhr, EKH

Klassik

Cédric Tiberghien: Szymanowski

Vielleicht liegt es am übermächtigen Schatten seines Landsmanns Chopin, dass Karol Szymanowskis Klaviermusik kaum gespielt wird. Cédric Tiberghien interpretiert hier einige der bedeutendsten Werke für sein Instrument: die Zyklen Métopes und Masques sowie die Études op. 33 und op. 4 -Stücke, die an den späten Skrjabin oder den französischen Impressionismus erinnern. Mit seinem sinnlichen Spiel erschafft Tiberghien atmosphärische Klanggemälde, mal zärtlich, mal flüchtig, mal rauschend virtuos. (Hyperion) MDA


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