"Ein Meer aus Blut und Leichen"

Der Ultranationalismus in der Westukraine wächst. Die Regierung in Kiew schaut wie gelähmt zu

Politik | LAGEBERICHT: RUFUS RURIK/DONEZK | aus FALTER 19/14 vom 07.05.2014

Entweder ein Meer aus Blut und Leichen oder ein Referendum", so beschreibt ein bewaffneter Separatist die Zukunft der Region Donezk. Eine alte Marktfrau packt mich am Arm und sagt: "Bitte, bitte bleiben Sie da. Wenn einmal die Ausländer wegfahren, schlachtet uns die faschistische Junta in Kiew alle ab."

Das ist echte Furcht. Die Frau war noch nie auf einer Protestkundgebung, mit den Besetzern und Terroristen hat sie nichts gemein. Sie "liebt ihr Vaterland". Aber da ist diese tiefsitzende Angst vor der Regierung in Kiew. Sie hat die Bilder aus Odessa gesehen, wo letzte Woche mehr als 30 prorussische Aktivisten verbrannt sind. Sie hat Angst vor den randalierenden Männern mit Hakenkreuzabzeichen und Kurzhaarfrisuren, vor westukrainischen Russenhassern, die den Menschen in Donezk verbieten wollen, ihre Muttersprache zu verwenden. Gesehen hat man das alles natürlich nicht vor Ort, sondern im russischen Fernsehen.

Die Propaganda wirkt also, und dies nicht nur bei den Alten, die mittlerweile


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