HIER GEHT ES UM DIE WURST

Mit Conchita Wurst hat Österreich seit langem wieder reelle Chancen, beim Songcontest auf einem Spitzenplatz zu landen. Über die Inszenierung und einen jungen Mann hinter einer bärtigen Diva

BEGEGNUNG: CHRISTOPHER WURMDOBLER | Medien | aus FALTER 19/14 vom 07.05.2014


Foto: Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

Vergangenen Mittwoch, pünktlich um 8.10 Uhr war in Kopenhagen die erste Songcontest-Probe angesetzt. Für Tom Neuwirth hieß das: aufstehen um 4.50 Uhr – damit Conchita Wurst rechtzeitig in der Halle ist. Neuwirth, 25, ist der Mann hinter der Kunstfigur mit dem rustikal-exotischen Namen und dem verstörenden Erscheinungsbild: der wunderschönen, aber bärtigen Lady. Die Fans lieben sie, Hater schreiben im Internet böse Kommentare, und wenn Frau Wurst den Opernball besucht, regt das die feine Wiener Gesellschaft auf. Seit drei Jahren ist die Diva mit Bart weltberühmt in Österreich. Und jetzt ist sie drauf und dran, den Rest der Welt zu kriegen.

Diesen Donnerstag wird Conchita Wurst Österreich beim Semifinale des Songcontests vertreten – mit einer Nummer im James-Bond-Style. Glaubt man Experten, wird sie fix im Finale am Samstag landen. Einen Tag vor ihrer Abreise nach Dänemark stand die Dragqueen noch für „Willkommen Österreich“ vor der Kamera, um mit der Showband eine eher erdige Version ihres Songcontest-Titels „Rise Like a Phoenix“ zum Besten zu geben.

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