Theater Kritiken

Auf Quartiersuche im flackernden Neonlicht

Lexikon | SARA SCHAUSBERGER | aus FALTER 19/14 vom 07.05.2014

Es ist ein ordentlicher Obdachloser, der in Hemd und Krawatte, aber ohne Arbeit und Geld nachts durch die Straßen streift. In Bernard-Marie Koltès' Monodram "Die Nacht kurz vor den Wäldern" regnet es unaufhörlich, in der Inszenierung von Matthias Jochmann flackert auf der ansonsten stockdunklen Bühne ununterbrochen eine Neonröhre. Heiko Raulin erzählt vom Leben auf der Straße und der Brutalität der Leute, und sein Spiel bleibt selbst dann noch distanziert, wenn er mit dem Kopf in der Blutlache liegt. "Du bist immer ein Fremder" lautet die Essenz seiner One-Man-Show, in der das Diktiergerät einziger Zuhörer bleibt. Der fehlende Pathos ist die Qualität dieser reduzierten Inszenierung aus dem Hamburger Thalia Theater.

Garage X, Mi, Do 20.00


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