Das nicht ganz so arme Amerlinghaus

Die Stadt kürzt dem prominenten Alternativprojekt die Förderung. Aus gutem Grund

Politik | BERICHT: BARBARA TÓTH | aus FALTER 19/14 vom 07.05.2014

Die alten Computer surren, der Drucker schnauft. Vor dem Schreibtisch verstauben Werkzeuge, an den Wänden hängen Demo-Plakate aus dem letzten Jahrtausend. Im Amerlinghaus scheint die Zeit in den 1970er-Jahren stehen geblieben zu sein, als junge Menschen noch Häuser wie die Arena, die Rosalila Villa oder eben das Amerlinghaus besetzten, "Rasenfreiheit" forderten und Stadtpolitiker ihnen die Gebäude überließen, damit sich keine "Jugendrebellion" ausbreitete.

Jene, gegen die sich die Besetzer von einst wehrten, sind heute ihre Haupterhalter. Seit 1978 fördert die Stadt Wien den Verein Amerlinghaus, zuletzt mit jährlich 250.000 Euro. Heuer hat die Stadt ihren Zuschuss überraschend auf 113.000 Euro gesenkt. Jetzt gehen die Wogen hoch.

Soll das Amerlinghaus kaputtgespart werden, wie die Betreiber in langen Statements beklagen, in denen sie detailliert nachrechnen, wie viel weniger sie wegen der Inflation über die Jahre erhalten haben? Oder ist das Projekt tatsächlich in die Jahre gekommen


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