Dinge, die wir nicht verstehen

Was soll man sich bei den Festwochen anschauen? Die neue Schauspieldirektorin Frie Leysen erklärt ihr Programm

PROTOKOLL: WOLFGANG KRALICEK | Feuilleton | aus FALTER 19/14 vom 07.05.2014


Foto: Heribert Corn

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Frie Leysen ist eine Koryphäe von einer Festivalmacherin. Eine derartig renommierte Expertin für internationales Theater hat bei den Wiener Festwochen noch nie gearbeitet. Die 64-jährige Belgierin baute in den 80er-Jahren das Kunstencentrum deSingel in Antwerpen auf und gründete 1992 das Kunstenfestival in Brüssel, das sie zehn Jahre lang leitete. Zuletzt kuratierte sie unter anderem das Festival Theater der Welt in Mülheim und Essen (2010) und die erste Ausgabe des von den Berliner Festspielen veranstalteten Festivals Foreign Affairs (2012).

Nachdem sich Shermin Langhoff, die designierte Co-Intendantin der Wiener Festwochen, vor zwei Jahren zurückgezogen hatte, um stattdessen Intendantin des Maxim-Gorki-Theaters in Berlin zu werden, engagierte Intendant Markus Hinterhäuser Frie Leysen als Schauspieldirektorin. Vor ein paar Wochen bat auch sie um Auflösung ihres Vertrages. Sie wird ihr Festwochen-Büro Ende Juni, zwei Jahre früher als geplant, schon wieder räumen. Warum, sagt sie nicht. „Wir haben das so abgesprochen“, erklärt sie. „Wir müssen jetzt einmal das Festival gut über die Bühne bringen.“

Die Wiener Festwochen seien eines der größten und reichsten Festivals Europas, meint Leysen. „Damit ist aber auch eine große Verantwortung verbunden.“ Anders als andere etablierte Großfestivals hätten es die Festwochen geschafft, sich zu erneuern, die Arbeit ihrer Vorgängerin Stefanie Carp weiß Leysen zu schätzen. „Sie hat wirklich ein sehr gutes Festival gemacht. Chapeau!“ Problematisch sei in den letzten Jahren nur die Kluft gewesen, die man zwischen den Einladungen von Carp und jenen von Intendant Luc Bondy deutlich habe erkennen können.

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