Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Red More Granatapfel

Über ein und dieselben Säfte, die unterschiedlich schmecken

Stadtleben | aus FALTER 19/14 vom 07.05.2014

Soll man sich freuen, wenn die heimischen Supermarktketten sich ihrer multinationalen Zielgruppe bewusst werden und dementsprechend vielfältig die Sortimente zusammensetzen? Ist es nicht so, dass den kleinen Rund-um-die-Uhr-Geschäften, die jenen Bedarf abdecken, den bisher die heimischen Greißler bedient haben, "das Geschäft" weggenommen wird? Oder sind die türkischen Direktsäfte, die nun in den Regalen der Billas, Merkurs und Co gestapelt sind, ein Zeichen dafür, dass Österreich im Zeitalter der "erfolgreichen" Migration angekommen ist? Wohl kaum.

Es ist aber auf dieser Welt auch nicht alles massentauglich und der geschmackliche Charme eines Produkts kann im türkischen Geschäft wirken, beim Spar aber nicht. So gesehen müsste man Red-More-Granatapfelsaft, der nun beim Merkur am Hohen Markt feilgeboten wird, nochmals verkosten. Der in der Türkei hergestellte und pasteurisierte Direktsaft wirkt hier nämlich mehr als schmucklos. Da ist leider im Lichte der Supermarktketten gar kein Appeal, weder geschmacklich noch gestalterisch, festzumachen.

Der Internetauftritt des Produkts ist ein eher uncharmantes Verwirrspiel als informativ -zumindest erfährt man, dass der Granatapfel gesund ist. Aha! In der Warenpalette des Importeurs Red More sind aber auch die unzähligen Säfte von Elite Naturel zu finden -von Feige bis Quitte, die hierorts schon einmal Thema waren und helle Begeisterung auslösten. Es heißt also zum nächsten Türken ums Eck pilgern und Saft trinken! MS


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