Nüchtern betrachtet

Fortschritt macht slow und IT geht aufs Hirn

Feuilleton | aus FALTER 19/14 vom 07.05.2014

Gegenüber dem, was man gemeinhin "Fortschritt" nennt, kann man sich auf zwei Arten verhalten: gläubig oder dialektisch. "Und was ist mit ,skeptisch'?" werden viele ausrufen, manche sogar unter Verwendung eines die Nachdrücklichkeit ihres Einwandes betonenden "?!". Nun, die Frage ist berechtigt und kann leicht beantwortet werden: "Skeptisch" ist ein Schmarrn. Skepsis ist die Ausrede all jener, die wenig wissen und nicht viel nachgedacht haben. Skepsis ist der Wolfspelz, den sich das Schaf umhängt, um besser dazustehen, wenn es "Hm, weiß nicht so recht, schaumamal" blökt; eine Feder, die sich so halbseidene Vögel wie Emil Cioran ins Kleid stecken, damit sie sich philosophisch aufplustern und auf dissident machen können.

Bei den Gläubigen unterscheidet man zwischen Adventisten und Apokalyptikern, Menschen also, die daran glauben, dass es gut beziehungsweise eben schlecht ausgehen wird. Die Dialektiker hingegen wissen, dass Gut und Böse nicht einfach Gegensätze sind, sondern jedes

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