Kolumne Außenpolitik

Klassenkampf in China: stärkere Arbeiter, mehr Nationalismus

Falter & Meinung | RAIMUND LÖW | aus FALTER 19/14 vom 07.05.2014

Die größte Streikbewegung, die China seit Jahren erlebt hat, ist Ende April in der südchinesischen Provinz Guangdong mit einem Teilerfolg zu Ende gegangen. Zehntausende Arbeiter des weltgrößten Schuhfabrikanten, der taiwanesischen Firma Yue Yuen, haben seit Anfang vergangenen Monats die Arbeit verweigert. In mehreren Städten gab es trotz der Verhaftung führender Aktivisten Massendemonstrationen. Die riesigen Schuhfabriken in Südchina beliefern unter anderem Nike, Reebok und Adidas.

Seit dem Lohnstreik beim Apple-Zulieferer Foxconn vor zwei Jahren hat es keinen so harten Arbeitskampf mehr gegeben. Bemerkenswert war der Auslöser: Die Arbeiter werfen der Firma vor, jahrelang zu wenig Sozialabgaben gezahlt zu haben. Im Zentrum steht die Angst, dass die Pensionen der heute 30-oder 40-Jährigen wegen der geringen Einzahlungen zu klein zum Überleben sein werden.

Dass eine ganze Belegschaft im kommunistischen Land des kapitalistischen Hire and Fire für ein besseres Sozialsystem streikt,


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