Kurz verreist

Balkan, Ukraine, Israel und nun der Iran: Der junge Außenminister entdeckt die Möglichkeiten des kleinen Österreich. Eindrücke vom Staatsbesuch in Teheran

Politik | REPORTAGE & FOTOS: FLORIAN KLENK/TEHERAN | aus FALTER 19/14 vom 07.05.2014

Sebastian Kurz stopft sich den Iran-Air-Polster in den Nacken und seine Kopfhörer in die Ohren. Er will entspannen. Er hört keine Musik, er lauscht gerne Reden. Diesmal ist es sein konservativer britischer Kollege William Hague. Die Kunst der Rede, sagt er, habe ihn schon als Schüler fasziniert.

Es ist Samstag, der 26. April, die speckige Maschine der Iran-Air nimmt Kurs auf Teheran, nachdem vorne am Bildschirm ein Stoßgebet an Allah übertragen wurde. Verschleierte Stewardessen reichen der Delegation aus Wien Tee und ranzige Erdnüsse. Kurz wirkt nicht müde, aber ein wenig angespannt, wie ein Sportler in einer Pause. 18 Auslandsreisen hat er in den letzten vier Monaten unternommen. Dieser Bursche, der vor ein paar Jahren noch als Tennislehrer sein Jusstudium finanzierte und mit dem "Geilomobil" durch die Stadt fuhr, "weil ihr Journalisten einen jungen Gemeinderat wie mich sonst nicht interviewt hättet".

Sebastian Kurz ist jetzt also Außenminister. Die Neue Zürcher Zeitung konstatierte


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